Marrakesch in drei Tagen


Marrakesch in drei Tagen

Tag 1

Ankunft- 1. Abend. Abends mit Lucien zum Essen ins Restaurant “La Cantine des Gazelles” auch geheizt wenn nötig (Ca. 7-9 Euro Menü a la Carte), dann Rundgang über den Platz Place Jemaa el Fnaa, Geldwechseln im Hotel Ali (bester Kurs in Marrakesch, 24. Std. geöffnet), zurück in unser Riad, vielleicht einen Tee auf der Terrasse trinken.

Tag 2

Nach dem Frühstück zu Fuß in Ca. 15 Minuten gemütlich zur Jemaa el Fna, dann durch die nordwestlichen Souks zum Dar Cherifa, einem sehr sehenswerten gut renovierten Riad aus dem 17. Jahrhundert, Kulturzentrum abseits des Massentourismus mit viel Atmosphäre. Geht auf die Dachterrasse und trinkt unten im Patio einen Tee oder Gewürzkaffee und lest das Kapitel “Über den Dächern von Marrakesch“ aus Elias Canetti ́s Buch „Die Stimmen von Marrakesch“ und vielleicht ein Märchen (der Milchpantscher und der Affe), das Ihr in der Bibliothek in meinem Riad findet.

Dann durch die Straßen der Funduks (Karawansereien, sehr interessant, viel Atmosphäre, teils noch ganz original, teils mit interessantem Kunsthandwerk), Fontaine Mouassine, zum Open air Restaurant von Abdelhay nahe der Moschee Ben Youssuf, wo ihr ein Degustationsmenü mit netten Kleinigkeiten für 6 Euro bekommt. Dann über die Färbermärkte und Souks, den ehemaligen Sklavenmarkt, Fetischmarkt, Teppichmarkt, mit Zwischenstopp auf der hübschen Place Rahba Khedima wo man ganz wunderbar auf der kleinen Terrasse des „Café des Epices” einen Tee mit Blick auf den Platz trinken kann, zurück zur Jemaa el Fna, eine Orangensaft trinken am Stand 35, kurz rüber laufen zur ehrwürdigen Kotubiamoschee (man darf aber nicht hinein, aber die Gärten dahinter sind sehr schön und in den Wintermonaten sollte es dort Orangen an den Bäumchen geben.).

Zurück zum Riad, spätnachmittags evtl. in den Nachbarschaftshamam, am besten mit unserem lieben arabischen Nachbarn Reda, der das auch für weibliche Gäste regeln kann (strenge Geschlechtertrennung!). Lasst Euch eine tolle Seifenmassage verabreichen und in die Prozeduren einführen. Ihr solltet dafür kalkulieren incl. Eintritt. (Badehose mitnehmen (nie nackt), Handtuch mitnehmen, Schwarze Olivenseife, Rubbelhandschuh und Schöpfkelle werden Euch gestellt).

Abends mit dem Bus Nummer 1 in die Neustadt, nach dem Platz du 16 Novembre aussteigen (vor dem Carree Eden), Boulevard überqueren, und links in die erste Straße 100 m reingehen. Hier findet Ihr direkt das tolle Fischrestaurant Al Bahria. Super Paella, Super Fritture Royale für etwa 5 Euro reicht für 2, Beilagen inklusive oder Ihr sucht euch den Fisch an der Theke raus, und lasst ihn grillen. Das ist auch sehr günstig und sehr frisch, ein Geheimtipp. In der Nähe gibt es auch den Biergarten aus der Kolonialzeit, den Lucien kennt, günstiges Bier unter Gummibäumen, nur Marokkaner, keine Touristen. Danach am besten mit Taxi (ca. 4 Euro) zurück nach Hause oder Zwischenstopp an der Place.

Tag 3

Morgens um 8.55 an den Saadiergräbern sein, da sonst zu viele Leute anstehen. Das ist das “Taj Mahal” von Marrakesch, ca. 25 Minuten von unserm Riad zu Fuß entfernt. Dann eventuell in die Berberapotheke im Bab Aganaou, wo Euch ein perfekt deutsch sprechender Marokkaner alles über Gewürze, Aganöl und arabische traditionelle Medizin erklären wird. Sehr interessant, alles zum Riechen, Fühlen und Probieren. Alle Produkte dort sind zertifiziert Bio und hochwertig, aber eben auch teuer. Kein Kaufzwang. Hier solltet Ihr aber kein Koch- Aganöl dort kaufen, zu teuer und auch keinen Safran. Die anderen Dinge, vor allem die Salben, Cremes und Aroma- bzw. Massageöl und Duftsteine sind hervorragend und ihr Geld wert.

Anschließend in den El Badi Palast, (Storchenpalast) einst die größte Palastanlage des Maghreb, Sitz des Sultans Ahmed des Prächtigen. Dort vor dem ehemaligen Thronpavillion eventuell das Märchen vom Elefanten „Das Geschenk des Sultans“ lesen, das durchaus dort gespielt haben könnte. Im hinteren linken Eck des Palasthofs ist ein kurzer animierter Film zu sehen, der einem einen guten Eindruck gibt von der ehemaligen Prachtentfaltung.

Dann weiter über die Place Ferblantier (Messingschmiede) und den Gewürzmarkt (Mellah, Judenviertel), wo Ihr bei unserem Gewürzhändler frische Gewürze zum Einheimischenpreis bekommt, zum Bahia-Palast (Eintritt 1 Euro), sehenswerte Anlage, mit wunderschönen Zimmerfluchten und tollen Zedernholzdecken und Harem (Eintritt 1 Euro).

Dann über die Rue Zitoun zurück, Abstecher rechts zum sehr interessanten Museum Dar Si Said (Einritt 1 €). Die Prunkgemächer im 1. Stock sind die schönsten von Marrakesch, der Garten mit Brunnen ist auch sehr sehenswert und man bekommt einen guten Eindruck wie die Reichen dort lebten. Hier gibts nur wenige Touristen, (also eher den Bahia-Palais auslassen wenn Zuviel Touristengruppen sich dort rumtreiben). Dann weiter in 5 Minuten zum Platz Jemaa el Fna. Dort, in einer kleinen verborgenen Nebengasse nahe des Café de France die Lammbratereien suchen, wo das Lamm aus den Lehmöfen im Boden kommt (Mechoui) eine absolute Lieblingsspeise der Marokkaner, bestes Lamm ever!! Geheimtipp, täglich außer Freitags. Lucien kennt es. Lasst Euch die Deckel der Öfen öffnen und fotografiert runter wo die Lämmer an Spieße vor sich hingaren. Kauft Euch (Kilopreis 15 Euro, vor Euch abgewogen und geschnitten) ein wenig Lammfleisch, das Ihr auf ein Tablett bekommt mit Brot und esst es gleich evtl in der Nische hinter dem Ofen oder lasst es Euch in ein nahegelegenes Restaurant bringen und bestellt einen Tee dazu. Das regeln alles die Leute bei den Verkaufstheken. Bezahlt wird wenn man geht. Ein archaisches Esserlebnis, zumal an dieser Stelle seit 800 Jahren diese Lehmöfen täglich geheizt werden.

Danach macht Ihr einen Abstecher in die Rue Darbachi, die belebteste Straße, die ins populärste Ben Saleh Viertel führt. Nach ca. 150 m, nach einem kleinen Platz mit Restaurants gibts auf der rechten Seite einen kleinen Saftladen, wo ihr für 50 Cent den besten Fruchtpulpe mix in Marokko bekommt, immer ganz frisch gemacht, nehmt „Panaché” (in Schichten im Glas gemischt).

Geht dann zurück zu unserem Riad, diesmal einfach die Rue Dabachi in Richtung Moschee Ben Salah, dann links in die Rue Azbezt. Folgt dem Wegweiser zum Musée de la Boucherouite (sonntags geschlossen) in dem selben Häuserblock wo wir wohnen. Das Museum ist ein absoluter Geheimtipp. Hier seht ihr in einem der hübschesten renovierten Riads von Marrakesch ganz besondere „Fleckerteppiche“, die eigentlich abstrakte Kunst sind, von einem sehr interessanten Franzosen (Patrick) entdeckt und gesammelt wurden, der Euch, wenn ihr ihm sagt, dass Ihr Freunde von mir seid, viel Interessantes erzählen wird. Das Haus und die Teppiche sind einmalig, hat nichts mit den Teppichen zu tun, die man auf dem Bazar kaufen kann, ist echte Kunst von Frauen aus dem hohen Atlas. Auf der wunderschönen Dachterrasse könnt Ihr einen Kaffee oder Tee trinken oder den wunderbaren Apfelkuchen von Habiba probieren. Dann wieder zurück zum Riad, vielleicht kocht Euch ja Lucien etwas und Ihr esst auf der Dachterrasse (vorher bestellen).

Tag 4

Am besten morgens 8 Uhr!!! mit dem Taxi (mit dem Bus ist umständlich) zum Jardin Majorelle, dem inzwischen zweitschönsten Garten von Marrakesch in der Neustadt, (leider teurer Eintritt ca. 7 Euro), mit fantastischen Sukkulenten und Kakteen und der Villa und Grab von Ives Saint Laurent und einem kleinen aber feinen Berbermuseum. Der Garten ist ein touristisches „Muss“ darum ab 9 Uhr schrecklich überfüllt, vor allem in den Saisonzeiten.

Von dort entweder mit Taxi oder zu Fuß (ca. 15 Minuten) zum nördlichen Stadttor, Bab Doukala. Geht durch das Stadttor und dann die Rue du Bab Doukala, sehr belebte typische absolut untouristische Einkaufsstraße in ca. 15 Minuten bis zur Mederse Ben Youssuf, der schönsten Koranschule von Marrakesch. Ein absolutes MUSS!!! Eintritt 2 Euro. Eventuell daneben das Musée de Marrakesch ansehen, ein interessanter stilvoll renovierter Palast mit riesigem überdachtem Hof, Hamam und interessanten Ausstellungen.

Von dort in 5 Minuten zum hochinteressanten „Musée de la Photographie“, einem kleinen, aber feinen Privatmuseum, geführt auch von einen Freund von mir, auch namens Patrick, der auch viel erklären kann. Sehr interessante Auswahl an historischen Fotos, vor allem von Menschen und Sous und Landschaften, tolle Dachterrasse wo man auch mit herrlichem Blick über Marrakesch. Ihr könnt dort eine Tajine essen oder Tee trinken kann. (Falls Ihr dort Mittagessen möchtet, könnt ihr vom Bab Doukala zuerst dorthin gehen und am Rückweg dann die Mederse und das Museum besuchen). ACHTUNG!!!: lasst Euch in dieser Gegend auf keinen Fall von Leuten abschleppen, die Euch kostenlos die Gerbereien – “Les Tanneurs” – zeigen wollen. Die Gegend ist unübersichtlich und ihr findet kaum mehr raus und wenn ihr nichts in den viel zu teuren Lederläden kauft, durch die man “zufällig” durchmuss, wenn man aus der Gerberei wieder raus will, dann gibt’s Schwierigkeiten. Es gibt nur unnötigen Ärger und Zeitverlust. Finger weg!!! Nachmittags frei für Schlendern über die Souks, abends zurück zum Riad.

Alternativ empfehle ich den Anima-Garden (www.anima-garden.com) von André Heller, etwas außerhalb, aber hervorragend und kostenlos mit dem Shuttlebus vom Parking La Koutoubia (hinter der Koutoubia-Moschee) erreichbar. (Abfahrzeiten: 09:30 • 11:30 • 14:30 • 16:30). Der Garten ist noch nicht überlaufen und eine herrliche Erholung von der Hektik der Stadt.

Alle Informationen nach bestem Wissen oder Gewissen aber ohne Garantie!

Viel Spaß in Marrakesch

Michael