Wüstentour in die “große Sahara” nach Zagora/Mhamid, Chigaga


Wüstentour in die “große Sahara” nach Zagora/Mhamid, Chigaga

mit gutem Allradwagen, mindestens 2 Teilnehmer, (bei einem wird’s halt teurer).

Dauer: 3 Tage/2 Nächte
Buchung ein paar Tage voraus.
Kosten 265 € pro Person, optional 1,5 Std. Kamelritt ca 14 Euro
Enthalten: 2 Übernachtungen, Halbpension, Privatchauffeur.

Tag 1

Morgens gegen 7.30 Uhr Abfahrt von Marrakesch über den Tizin Tichka Pass (2250m) (Nationalstraße N9) danach über eine landschaftlich sehr schöne Nebenstrecke, den ehemaligen Karawanenweg von Timbuktu nach Telouet, einem Hochtal auf ca. 1800 m, dem historisch vielleicht bedeutendsten Ort der neueren marokkanischen Geschichte. Hier residierte der Tami Glaoui Pascha, der während des Protektorats mit den Franzosen kollaborierte und dort ein außerordentliche schönes Traumschoss baute. Leute wie Charlie Chaplin, De Gaulle, Churchill, Majorelle etc. kamen dorthin und machten dort ihren Kniefall. Mein Freund Mohamed Ramon (bitte nach ihm fragen) spricht sehr gut englisch und führt durch das Schloss. Danach gegen 11 Uhr durch das Ounila Tal, vorbei an vielen kleine Oasen und Kasbas, immer entlang der Karawanenstraße weiter nach Ait Ben-Haddou, Weltkulturerbe und wohl eindrucksvollster Ksar Marokkos, Drehort vieler Filme wie z.B. “Gladiator”. Weiter über Ouarzazarte (evtl. je nach Jahreszeit Stopp in den Atlas Filmstudios, wo Filme wie Der Medicus, Kundun, Der Diamant vom Nil, Moses, Asterix und Kleopatra etc. gedreht worden sind).

Dann weiter über die N9 über den Antiatlaspass Tizin Tinififft durch eindrucksvolle Mondlandschaften mit außergewöhnlich schönen Ausblicken hinunter nach Agdz. (Eventuell je nach Jahreszeit bzw. Tageslänge einen Abstecher hinunter zur Kaskade von Tizgui, einem Geheimtipp, mitten in der Felswüste. Ein Teich mit Wasserfall lädt zum Baden ein und Omar, der Hüter der Oase kocht Tee. Dann nicht wieder hinauf zur Nationalstraße, sondern durch den vielleicht schönsten und völlig unberührten Teil des Draa-Tals, vorbei an traumhaften alten Ksars und Oasen mit sensationellen Fotomotiven über Aslim von hinten nach Agdz). Durch Agdz durch und nach 20 Km zum Tagesziel der Öko-Kasbah Timidarte mit ihrer Palemenoase, die die vielleicht schönste und touristisch völlig unverdorbene Oase Marokkos ist. In diesem Dorf leben 3400 Mensch wie vor hunderten von Jahren ausschließlich in Lehmhäusern, die heute noch so gebaut werden. Es gibt keinerlei Autos bis auf den Schulbus. Gekocht wird ausschließlich mit Produkten aus der Oase. Es ist ein Ort der Stille und himmlischen Friedens mit wunderbaren, gastfreundlichen Berbern.

Tag 2

Morgens nach dem Frühstück Rundgang durch den historischen Ksar die Oase mit Bademöglichkeit im Fluss (gesundheitlich völlig unbedenklich). Diese Oase ist ein hochsensibles Ökotrop mit einer schier unglaublichen Biodiversität, Dattelpalmen, Obstbäumen, Feldern und komplexem Bewässerungssystem. Bitte dem Führer Abdou für seine wirklich sehr gute Führung zwischen 50-100 Dh geben).
Alternativ könnte man auch die Kasbah Tamnougalte, die wichtigste Kasbah des Draatals besuchen, den ehemaligen Marktplatz der Karawanen.
Gegen 10.30 Uhr Abfahrt über die N9 Richtung Zagora, evtl. Mittagessen in der ausgezeichneten und günstigen Hühnerbraterei Al Ghiwane von meinem Freund Mohamed gegenüber der großen Moschee von Zagora. Weiter nach Tamegroute (ca. 15 km) Besichtigung von Tamegroute: die ältesten, sehr archaischen Töpfereien der Welt, wo noch heute 7 Familien mit 7 Ateliers und 7 Öfen die archaische grüne Wüstenkeramik herstellen, die man auch in Marrakesch kaufen kann. Besichtigung der hochinteressanten Wüstenbibliothek und Koranschule von Tamegroute und der unterirdischen Kasbah, in der die Einheimischen mit ihren Tieren, geschützt vor der Wüstenglut (bis zu 55 Grad) auch im Sommer überleben können. Besuch der Zaouia Ben Nasser, dem Grab eines hochheiligen Marabouts, zu dem vor allem Geisteskranke pilgern und oft jahrelang im Hof der Moschee verbringen bis sie geheilt sind. Vor der Grabmoschee sitzt meist ein Imam, der auswendig mit wunderbarer Stimme den Koran rezitiert und sich freut, wenn man ihm zuhört. Ein ganz besonderer Ort.

Gegen 14 Uhr Weiterfahrt noch immer auf der Nationalstrasse bis ans Ende der Teerstrasse in Mhamid. Von dort ca 7o km offroad durch interessante und abwechslungsreiche Wüstenlandschaft mit der Chance Nomaden und Kamelen und Wildeseln zu begegnen und einem Stop an der heiligen Oase (Oasis sacrée), einer klitzekleinen Bilderbuchoase mitten in der Wüste. Weiterfahrt zum Camp an den großen Dünen von Chegaga. Begrüßungstee und beziehen des komfortabeln hüttenartigen Zeltes mit guten Betten. Duschen und westliche Toiletten vorhanden. Dann zu Fuß oder mit dem Dromedar zum Sonnenuntergang auf die Dünen fernab vom Massentourismus von Merzouga. Abends gutes Essen und Lagerfeuer mit Berbermusik. Zum Schlafen kann man sich das Bett auch gern vors Zelt stellen (im Winter etwas kalt, im Frühling, Herbst und Sommer sehr angenehm). Sternhimmel mit Milchstrassse und Sternschnuppen und Stille genießen)

Tag 3

Aufstehen bei Sonnenaufgang, Frühstück und weite interessante Strecke, vorbei an Fossilienfeldern (fragt den Chauffeur) nach Foum Zguid. ab dort wieder Teerstrasse nach Tazenacht dem Zentrum der Berberteppiche (R 111/R108) und von dort über die N 10 nach Tizgzaouine wo Ihr wieder links auf die N9 (von Ouarzazarte kommend) einbiegt und in ca 60 Km den Tizin Tichka erreicht, wo sich der Kreis schließt. Von dort hinunter nach Marrakesch. Ankunft gegen Abend.

Bemerkung:

a) Der Wüstentrip ist nur mit zwei Übernachtungen zu machen, da man es bis Sonnenuntergang kaum von Marrakesch bis in die Wüste schafft und unterwegs keinerlei Zeit hätte, die Schluchten oder den Ksar anzusehen. Agenturen die das anbieten sind unseriös! Und das Ganze ist nur Stress. Das Geld dafür ist zum Fenster hinausgeworfen.

b) Auf dieser sehr individuellen Tour seht Ihr unterwegs viele Highlights, auch fernab des Massentourismus. Die Fahrer sind sehr liebe Berber, die sogut wie immer auch englisch sprechen und gerne jederzeit für Fotostops anhalten. Die Unterkünfte sind sauber und ganz besonders und die Strecke ist sicher eine der interessantesten im Südlichen Marokko. Allerdings sind die Fahrer wie die meisten Marokkaner nicht weht geschichtskundig und darum empfehle ich die Lektüre meines Artikels über Telouet (siehe c)

c) Bitte meinen Artikel “Telouet” auf meiner Homepage Marokko Hautnah zur Vorbereitung lesen.

d) Mitzunehmen: kleines Handtuch für die Wüste, eventuell Jugendherbegsschalfsack (Decken vorhanden), in der kalten Jahreszeit (November bis Anfang März) warmer Pullover und Windjacke, festes Schuhwerk für den Oasenspaziergang, Sonnencreme und Kofpbdeckung . Am besten man kauft in Tamegroute eine Chech (blauen Tuaregschal für etwa 60 Dirham, der zum Turban gewickelt wird und auch die Nackenpartie schützt und bei Sandsturm vor die Nase gezogen werden kann – der Fahrer hilft gern beim Binden des Turbans).